Die Ergebnisse der PISA-Erhebung und das Abschneiden deutscher Schulen schlugen hohe Wellen. Im Jahre 2000 wurden 5000 Schülerinnen und Schüler im Alter von 15 Jahren an 219 Schulen in Deutschland, weltweit 180.000 Schüler in 32 Staaten, zwei Tage lang getestet: Lesekompetenz - mathematische Grundbildung - naturwissenschaftliche Grundbildung - fachübergreifende Kompetenzen. Dabei gilt die Lesekompetenz als grundlegend für den Lernerfolg in allen Fächern.
Die
Fachkonferenz Deutsch befasste sich gezielt mit der Vermittlung von "Lesekompetenz"
auf zwei Veranstaltungen im April und Oktober 2002.
Im Rückblick wurde festgehalten,
welche Unterrichtsarbeit bisher der Förderung der Lesekompetenz dient.
Aus der Aufarbeitung der PISA-Ergebnisse
wurde die Konsequenz gezogen, in einem standardisierten Test die Lesefähigkeit
unserer Schülerinnen und Schüler in Jahrgang 6 zu überprüfen.
In didaktisch-methodischen Überlegungen
wurden Formen der Anreicherung der Unterrichtspraxis geplant.
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1. Wie wird traditionell
die Lesekompetenz am Gymnasium gefördert?
2.
Wie wird die Lesefähigkeit der Schülerinnen und Schüler
festgestellt?
3.
Mit welchen Leseaufgaben wurden die Schülerinnen und Schüler
im PISA-Test konfrontiert?
4. Welche
Ergebnisse aus der PISA-Erhebung sind auffällig und relevant für
das Fach Deutsch?
5.
Wo liegen wohl spezielle Probleme am Gymnasium? - Die Hamburger LAU-Erhebung.
6.
Wie haben Schülerinnen und Schüler des Gutenberg-Gymnasiums bei
einem Sprachtest 2002 abgeschnitten?
7. Welche
Konsequenzen sollten im Deutschunterricht gezogen werden?
8. Welche Konsequenzen
sollten in den anderen Fächern gezogen werden?
9. Was können
Eltern und Schüler/innen tun?
10.
Unser Schulname "Gutenberg" - eine Verpflichtung zum Lesen!
1.
Bisheriger Standard:
Im Deutschunterricht geht es immer schon - dem Lehrplan gemäß
- um literarische Texte und um Sachtexte.
Für beide Bereiche gibt es bewährte Anforderungen und Arbeitsformen.
Die Schülerinnen und Schüler sollen
Ungewohnt für deutsche Schülerinnen und Schüler
waren die Aufgabentypen in den Tests:
Sie sollten zu einem hohen Prozentsatz ihr Leseverständnis
zu verschiedenen Textsorten nur in Ankreuzaufgaben (multiple choice - mit
55 %) nachweisen oder in Kurzantworten (mit 45 %) antworten. Unsere Schüler/innen
sind jedoch bei Klassenarbeiten gewohnt, in ganzen Texten ihr Textverstehen
darzulegen! In der Anlage des PISA-Tests schlug die angelsächsische
Form der Leistungsüberprüfung durch.
Aufgabenbeispiele aus PISA
Konsequenz für weitere zu erwartende
Erhebungen: Unsere Schülerinnen und Schüler müssen den Umgang
mit typischen Testaufgaben lernen.
Nach Berichten von Lehrerinnen und Lehrern der an PISA teilnehmenden
Schulen haben viele Schülerinnen und Schüler den Test auch nicht
ernst genommen, da es "nicht um Noten ging". - Konsequenz:
Sie müssen auch Anstrengungsbereitschaft bei solchen Erhebungen zeigen
lernen.
Ungewohnt für die Deutschlehrerinnen und -lehrer ist der hohe Anteil an Sachtexten und "nicht-kontinuierlichen Texten": PISA unterscheidet zwischen "kontinuierlichen Texten" (Erzählungen, Beschreibungen, Protokolle, Gutachten, Zeitungsmeldungen, Kommentare...), die linear von oben nach unten zu lesen sind, und "nicht-kontinuierlichen Texten" (Info-Blätter, Listen, Verzeichnisse, Tabellen, Grafiken, Landkarten ...), bei denen der Leser die Beziehungen zwischen den einzelnen Elementen selbst herstellen muss. - Konsequenz: Die Textsortenvielfalt im Deutschunterricht ist gezielt zu planen. Deutschunterricht kann nicht vorrangig Literaturunterricht sein.
4. Die Ergebnisse aus PISA:1. Die Lesemotivation erweitern: z.B. durch Lesenächte in unteren Klassen, kompetentes Vorlesen durch die Lehrperson, Lesewettbewerbe, Klassenbüchereien, Klassen-Bestenlisten, Bücher als Belohnungsformen, Autorengespräche, Internetrecherche nach Rezensionen und anschließende Lektüre, Lesen am Computer zur gezielten Selektion und Verarbeitung von Informationen, Einbeziehung von Fachzeitschriften, die z.B. die Jungen lieber lesen als Erzähltexte, „Lese-Zapping“ mit Sachbüchern für gezieltes Suchen, Entwicklung eines Lese-Portfolios (Mappe mit verschiedensten Leseprodukten, die die Laufbahn als Leser spiegeln) etc.
2. Textvarianten beachten: Das Verhältnis von fiktionalen Texten und Sachtexten muss ausgewogen sein. Insbesondere die Sachtexte sollen eine angemessene Anforderung für die Schüler darstellen. - Zudem sind „nicht-kontinuierliche Texte“ besonders zu berücksichtigen: Tabellen, Statistiken, Formulare,Informationsblätter, Ordnungen (s. Schulordnung), Verträge, Regelungen (z.B. SV-Erlass, Mitwirkungsgesetz, ASchO etc.), Anleitungen, Grafiken, Landkarten... - Die Arbeit an solchen Texten, die Verbalisierung des Verstandenen erscheint dringlich; sie sollte den Schülern über den Gebrauchswert (Nutzen) solcher Texte einsichtig gemacht werden. - Als Arbeitsformen sind zu unterscheiden: elaborative Verfahren (Informationsangebote ausbauen) - reduktive Verfahren (Informationsangebote komprimieren).
3.
Sicherung des Textverständnisses: Beobachtungen und Untersuchungen
zeigen, dass Schüler schon über Texte reden, ehe sie diese genau
kennen. Im Unterricht ist verstärkt darauf zu achten, dass vor weiteren
verarbeitenden, gestaltenden, problematisierenden, interpretierenden und
produktionsorientierten Aktivitäten mit Texten zunächst eine
Sicherung des Textverständnisses erfolgt. PISA zeigt, dass unsere
Schüler viel zu wenig Erfahrung mit informellen Tests haben!!!
Die Lektüre von Texten sollte gekoppelt werden mit verschiedene Aufgabentypen
zur Kontrolle des Textverständnisses. - Dies sollte auch wiederholt
in Klassenarbeiten und bei Parallelarbeiten geschehen. Dabei ist daran
zu denken, dass die Hauptaufgabe in diesen Fällen auch etwas kleiner
ausfällt.
Aufgabentypen
4.
Testkonstruktion als Methode der Informationsaufnahme aus Texten:
Die Schülerinnen und Schüler können selbst Tests zur
Kontrolle des Textverständnisses für Texte erarbeiten und als
Lesestrategie entwickeln. (s. Brigitte Seidel: Testkonstruktion - Fragen
an Texte. In: PD 36/79, 50 ff.)
Schüler
konstruieren multiple choice-Aufgaben und stellen dabei ein Textverständnis
her
5.
langfristiger Aufbau von Lesestrategien:
http://www.teachsam.de/arb/arb_text_centermap.htm
http://www.uni-essen.de/schreibwerkstatt/trainer/trainer/start.html
(Schreibtrainer für Lesetraining)
http://www.learn-line.nrw.de/angebote/deutschesprachefoerdern/steff.html
(Förderung in der deutschen Sprache)
http://www.forum-schule.de/fs07/magtma_4.html
(Gelesen heißt noch nicht verstanden)
(aus:
www.teachsam.de)
6. Ein "Fachprofil Deutsch" am Gutenberg-Gymnasium Bergheim: Die Fachkonferenz Deutsch setzt Schwerpunkte für die Arbeit in den Jahrgangsdoppelstufen.
Fachprofil Deutsch
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In allen Fächern gilt die Empfehlung im NRW-Erlass „Förderung
in der deutschen Sprache als Aufgabe des Unterrichts in allen Fächern“
(1999).
Ausschnitt
aus dem Erlass
- In allen Fächern ist insbesondere das „Instruktionsverständnis“
zu behandeln: Die Bedeutung der Operatoren in Aufgabenstellungen
ist für die Schüler sowohl fachspezifisch zu füllen als
auch ggf. fachübergreifend abzustimmen: beobachte, erkläre,
erläutere, analysiere, untersuche, beschreibe, deute, skizziere, werte
aus, interpretiere, beurteile etc.
Die explizite Arbeit an Texten ist Aufgabe aller Fächer! Lesekompetenz
gehört auf die Tagesordnung aller Fachkonferenzen, ggf. mit Unterstützung
durch die Fachkonferenz Deutsch. -
Zu Deutsch-Physik s. z.B.: http://telecom.tlab.ch/~knoll/arb_tech/lesen.htm.
Zu Chemie: s. Erwin Graf in: NiU-Chemie 11(2000) Nr. 56
9.
Das können Eltern und Schüler/innen tun:
Für Eltern, auch noch von
5.-Klässlern:
"Lektürelust"
erzeugen durch Vorlesen in der Familie
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nach: Yvonne Matuchniak
Die Atmosphäre muss stimmen
Vorlesen ist für Kinder auch Entspannung, Abschalten vom Tag. Machen Sie es sich mit Ihrem Kind gemütlich... Fragen über Fragen
Und danach?
Ihr Kind darf bestimmen!
Lebendig lesen
Spannung aufbauen
Gedächtnistraining
Auch mittendrin ein Ende finden
Der Spaß zählt (http://www.wdr.de/tv/service/familie/inhalt/20020403/b_3.phtml)
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Lektüretipps:
http://www.stiftunglesen.de
http://www.lesefoerderung.de
http://www.kinderbuchtips.de
Für alle in Jg. 6:
Vorlesewettbewerb - mit Buch-Hits:
http://www.vorlesewettbewerb.de/kids/lesetipps/index.php
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Für alle: Der Link zur Stadtbücherei
Bergheim:
http://www.bm.shuttle.de/biblio/
Dabei kann man
ruhig auch Texte am PC lesen:
Lese-Links ins Internet:
http://www.gutenberg2000.de/
http://www.testlesen.de/a_klassikerderwelt.htm
http://www.perlentaucher.de/
Für Jungen speziell:
Jungen lesen nicht nur anders, sondern proportional schlechter. Sie weisen in allen OECD-Staaten derzeit eine signifikant niedrigere Lesekompetenz auf als Mädchen. "55 Prozent aller Jungen im Alter zwischen 10 und 16 Jahren lesen keine erzählende Literatur (mehr)", konstatiert Horst Heidtmann vom Institut für angewandte Kindermedienforschung. LESEN IST UNCOOL
GRAVIEREND
WAS WIRD GELESEN?
Stephanie Sellier
www.lehrer-online.de/dyn/210171.asp?url=289405%2Ehtm |
Also: Wenn Ihr schon bis hierher vorgedrungen seid, dann seid Ihr auf
dem besten Weg. - Aber wie wär es mit den
Hits der Jugendliteratur - und weitere Tipps:
http://www.jugendliteratur.org/start.cfm
http://www.zeit.de/digbib/index1.html
http://www.dtvjunior.de/jugendbuch/index.cfm
oder gebt "Jugendbuch" als Suchwort in eine Suchmaschine ein.
10. Unser Schulname - eine Verpflichtung:
... der hat unbedingt mit Lesen zu tun...
http://www.gutenberg.de/
http://amor.rz.hu-berlin.de/~h0444xbo/gutenb/
http://www.gutenbergdigital.de/gudi/dframes/index.htm